

Ein Stadtbild im Wandel

Quirrenbach-Grauwacke wurde hier zum zentralen Gestaltungsfaktor des neu konzipierten Konrad-Adenauer-Ufers, der dessen Atmosphäre und Nutzbarkeit für viele Jahrzehnte maßgeblich prägen wird. Dabei integrierten die Planer den Naturstein-Bodenbelag in ein Konzept, das weit über die reine Flächensanierung hinaus geht. Es schuf großzügige Freiflächen mit hohem Aufenthaltswert, eingebettet in Verkehrs- und Nutzungskonzepte, die höchste Qualitätsansprüche an die Wahl der Materialien stellten. Für ein Areal von 12.000 qm produzierte Quirrenbach rund 3.600 Tonnen Formatplatten.
Während der alte Basaltbelag des Moselufers modernisiert und wiederverwendet werden konnte, musste für das Rheinufer ein neues Oberflächenmaterial gefunden werden, das dem differenzierten Anforderungsprofil der Planer gerecht wurde. Der Aufsichtsrat der BUGA entschied sich einstimmig für Grauwacke des Lindlarer Unternehmens Quirrenbach.
Ästhetik und Belastbarkeit der Grauwacke gaben den Ausschlag
Für die Auswahl des Bodenmaterials waren zwei Aspekte zentral:
1. Es sollte ein klassisches, regionaltypisches Material sein, dessen Ästhetik mit dem historischen Erbe der Stadt korrespondiert und 2. ein belastbares Material, dessen Qualitätsmerkmale so flexibel sind, dass sie den variablen Belastungsgraden einer Mischung aus Fußgängerzone und Linienbusverkehr, aber auch regelmäßigen Überflutungen bei Hochwasser standhalten.
Die Planer wogen die Vorteile von drei Oberflächenmaterialien ab: Grauwacke, Basaltlava und Beton, deren Funktionalität und visuelle Wirkung auch anhand von Referenzobjekten und Testflächen bewertet wurden. Quirrenbach-Grauwacke setzte sich schließlich dank ihrer physikalischen Eigenschaften und vielschichtigen Ästhetik beim BUGA-Aufsichtsrat einstimmig gegen die beiden Alternativen durch. Entlang von Rhein und Mosel zählt Grauwacke zu den typischen Materialien vieler historischer Bauten. In Koblenz wurden etwa Teilflächen der Festung Ehrenbreitstein, der Balduinbrücke sowie der St. Kastor Basilika daraus erbaut. Es sei ein hervorragendes Material, so Berthold Stückle, Projektmanager der BUGA, das sich bei Küchenherstellern wie Bulthaup als Arbeitsplatte ebenso attraktiv darstellt wie als Bodenplatte auf dem Rheinboulevard in Koblenz.

Der Stein ist darüber hinaus frostsicher und pflegeleicht. „Die Haltbarkeit ist aufgrund der geringeren Porigkeit im Vergleich zu Beton sehr viel höher. Grauwacke erzielt mit über 150 Newton pro qmm eine mehr als doppelt so hohe Druckfestigkeit“, so Rainer Krug, Geschäftsführer des Deutschen Natursteinverbandes. „Gegenüber Granit oder Beton besitzt sie außerdem eine vielfältige Farbwirkung, die im Landschaftsbau große Gestaltungsvielfalt eröffnet und ästhetisch aufwertet“, ergänzt Krug. Grauwacke ist sehr gut begehbar und nimmt nur wenig Wasser auf – ein Vorzug in Hochwasserzonen. Der Stein lässt sich mit Hochdruckreinigern ohne Qualitätsverlust pflegen und ist säurebeständig. Auch für die Rheinpromenade in Koblenz wurden die Platten geflammt, was nicht nur ihre Farbwirkung und Struktur intensiviert, sondern auch geforderte Rauheitsgrade gemäß SRT-Werten erzielt.
